Ausstellung: MENSCHENanSCHAUEN

In der Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur der Stadt Dresden gab es bislang eine große Lücke: Menschenschauen. Die Sonderausstellung MENSCHENanSCHAUEN im Stadtmuseum Dresden widmet sich diesem Thema und untersucht die Geschichte der Zurschaustellungen von Menschen ab dem frühen 18. Jahrhundert bis zur letzten Schau im Dresdner Zoo im Jahr 1934. Menschenschauen transportierten und erzeugten während der Kolonialzeit Klischeebilder, stigmatisierten die zur Schau gestellten Personen als Angehörige unterlegener Völker und befeuerten rassenidiologische Theorien.

In Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden sind mehrere zeitgenössische Kunstwerke als Interventionen innerhalb der Ausstellung platziert, welche eine Überleitung in die Gegenwart vollziehen und aufzeigen, welche Auswirkungen Rassismus bis heute in unserer Gesellschaft hat.

Gemeinsam mit dem Designbüro pingundpong haben wir die Ausstellungsgestaltung für die Ausstellung MENSCHENanSCHAUEN entwickelt und realisiert. Dabei lag unser Fokus auf der Schaffung einer konstruktiven und transparenten Workshop-Atmosphäre, welche Freiflächen für eine partizipative Weiterentwicklung der Ausstellung zulässt.  

Gleichzeitig wurde der große Raum durch Trenn-Elemente geteilt, um dazu anzuregen, die Inhalte selbstständig Stück für Stück zu erschließen. Wichtig war außerdem ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Es wurden beispielsweise MDF-Platten von vorherigen Ausstellungen im Stadtmuseum wiederverwendet, nachwachsende Rohstoffe unbehandelt verbaut und Bestandsvitrinen eingesetzt.

Die Ausstellung wurde am 4. November 2023 eröffnet und läuft noch bis zum 7. Juli 2024.

Anschauen!


Auftraggeber: Stadtmusuem Dresden
Bearbeitung: 2023
Leistungen: Ausstellungsarchitektur, Szenografie, möbelplanung, gemeinsam mit Designbüro pingundpong
Fotos: Ludwig Kupfer




Ein großes rundes Möbel in der Mitte der Ausstellung bietet Platz für Gruppenführungen, Workshops und Schulklassen. Die gesamte Gestaltung ist geprägt vom Gedanken einer konstruktiven Workshop-Atmosphäre.
Ein großes rundes Möbel in der Mitte der Ausstellung bietet Platz für Gruppenführungen, Workshops und Schulklassen. Die gesamte Gestaltung ist geprägt vom Gedanken einer konstruktiven Workshop-Atmosphäre.
Die Gestaltung der Trennwände soll den Ausstellungsraum unterteilen und gleichzeitig Transparenz zulassen. In der Ausstellung gibt es keine vorgegebene Wegführung. Durch die Raum-im-Raum-Situationen kann die Konzentration auf bestimmte Exponate gerichtet werden.
Die Gestaltung der Trennwände soll den Ausstellungsraum unterteilen und gleichzeitig Transparenz zulassen. In der Ausstellung gibt es keine vorgegebene Wegführung. Durch die Raum-im-Raum-Situationen kann die Konzentration auf bestimmte Exponate gerichtet werden.
Das Ausstellungsmobiliar und die Wandelemente sind aus Holz und absichtlich naturbelassen. Zum einen wurde von einer farbigen Gestaltung abgesehen, um eine Bedeutung-Zuschreibung zu vermeiden, zum anderen können die Platten nach Ende der Ausstellung weiter- und wiederverwendet werden.
Das Ausstellungsmobiliar und die Wandelemente sind aus Holz und absichtlich naturbelassen. Zum einen wurde von einer farbigen Gestaltung abgesehen, um eine Bedeutung-Zuschreibung zu vermeiden, zum anderen können die Platten nach Ende der Ausstellung weiter- und wiederverwendet werden.
In der Ausstellung gibt es mehrere Medienstationen zur interaktiven Vertiefung der Inhalte.
In der Ausstellung gibt es mehrere Medienstationen zur interaktiven Vertiefung der Inhalte.
Die grafische Gestaltung für die Ausstellung wurde vom Designbüro pingundpong erstellt.
Die grafische Gestaltung für die Ausstellung wurde vom Designbüro pingundpong erstellt.