Schlossruine Hartenstein

Um das Gebiet zu erschließen, zu verwalten und die vorbeiführende Salzstraße nach Böhmen zu kontrollieren, wurde im 12. Jh. eine Wehranlage auf einem Felssporn über dem Thierfelder Bach errichtet. Berühmt wurde der Ort 1455 durch den sächsischen Prinzenraub, bei dem Prinz Ernst an die Herren von Schönburg übergeben wurde. Im 16. Jahrhundert erfolgte der Umbau der Wehranlage zu einem komfortableren bewohnbaren Schloss mit ovalem Grundriss. In den letzten Tagen des II. Weltkriegs, am 20. April 1945, wurde das Schloss fast vollständig durch amerikanische Bomben zerstört, da sich dort Einheiten der SS und Wehrmacht verschanzt hatten. Erhaltene Gebäude des äußeren Schlosshofes wurden nach dem Krieg zu Wohnzwecken genutzt. Ein vollständige Abriss konnte durch den Denkmalschutz verhindert werden. Große Teile der Kernburg befinden sich heute in einem ruinösen Zustand. Das Wohnhaus August-Bebel-Straße 36 steht seit 2016 leer und weist einen starken Hausschwammbefall auf.

Glücklicherweise hat sich im Schlossruine Hartenstein e.V. ein Akteur gefunden, der sich für den Erhalt und die Bespielbarkeit des besonderen Ortes einsetzt. Erst durch das ehrenamtliche Engagement der ca. 45 Mitglieder werden die Maßnahmen erst möglich und der Ort verstärkt in der Öffentlichkeit sichtbar und bleibt im kulturellen Gedächtnis präsent.

In mehreren Phasen soll das Schlossensemble nun wieder hergerichtet werden. Priorität hat dabei zunächst die Instandsetzung des Torhauses. Im ersten Schritt werden das Gebäude und die Zufahrt gesichert. Im zweiten Schritt soll das Gebäude einer musealen und kulturellen Nutzung zugeführt werden. Weitere Phasen beinhalten das Anlegen von Terrassengärten gemeinsam mit den Anwohnenden und dem NABU Sachsen e. V., die Instandsetzung der Gebäude August-Bebel-Straße 34 und 36 sowie der Erhalt der Bausubstanz der Schlossruine zur Nutzung als Veranstaltungsfläche, Freilichtmuseum und Gastronomie inkl. Sanitäranlagen.  

Gestalterisch stehen der Erhalt des Erscheinungsbilds der historischen Bausubstanz und der charakteristischen Innen- und Hauptansichten des Areals im Vordergrund. Die Kubaturen der beschädigten Gebäude sowie Ruinenteile bleiben ebenfalls erhalten. Die Schrittweise Herrichtung erfolgt im laufenden Veranstaltungsbetrieb und folgt dem gestalterischen Grundsatz, durch minimale Eingriffe die historischen Zeitschichten erlebbar zu machen.

Wir freuen uns, zum Fortbestand dieses Ortes zu sichern und einen kleinen Beitrag zu seiner beeindruckenden Geschichte zu leisten!

Auftraggeber: Schlossruine Hartenstein e.V.
Bearbeitungszeitraum: 2025 – 2027
Leistungen: Objektplanung, Nutzungskonzept
Zeichnung: R. Pötzsch, Winter 1916/17